Die Untätigen II

Wann ist der Widerstand gegen das Tun größer als die Bereitschaft?
Wann füllen wir das Tun aus?
Müssen wir dem Tun Sinn verleihen?
Gibt es also keine sinnlose Tätigkeit?
Ist im Notfall Geld der Sinn?
Warum dann Untätigkeit?

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Ich beobachte eine Straßen-Kreuzung.

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Ich bewache zehn Stapel aus Büchern, alten Zeitschriften, Schallplatten.

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Quengelwarenbewacher.

Es lebe der…

Er ist pünktlich da, jeden Morgen um zwanzig nach sechs. Seinen schwarzen Trainingsanzug mit den weißen Streifen wäscht er offenbar nie –oder er hat mehrere davon. Er nähert sich dem Sportplatz hinter unserem Haus wie ein Versehrter aus dem Donbass: humpelnd, gebeugt, sein rechtes Bein zieht er hinterher, eine Schulter hängt stärker Richtung Boden als die andere. Jeden Morgen überquert den Platz einmal bis zu den Bänken, legt dort seine Sachen ab, hinkt zu einer Ecke. Dann rennt er, als gäbe es keinen Schmerz, kein Hinken und kein Morgen. Immer die Diagonale. Nie die Tartan-Runde, nie die Geraden. Als könne sich sein Körper nur auf dieser Strecke verwandeln – zurück oder in etwas Neues.
Das macht er etwa eine halbe Stunde, dann schlurft er zurück zur Bank, holt seine Sachen und geht. Wohin auch immer.  Weiterlesen „Es lebe der…“

Eselsbrücken

Wenn man im Theater nicht viel mehr versteht außer einzelnen Satzfetzen und Wörtern.
Und wie man sie sich anschließend mithilfe einer großartigen Aufführung viel besser merken kann.
#машинамюллер #гоголъцентр

 

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улыбаться – lächeln

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Masse der Meister von morgen

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Foto: Katrin Scheib

Allein diese Woche: Morgen Abend eine Skype-Lecture zum Thema „Exploring Instagram“, übermorgen zum Thema „Depression und Rezession„.
Das Jüdische Museum bietet ab Ende März einen zwölfteiligen Kurs zu Kasimir Malevich und seinen Einfluss auf die moderne Kunst an.

Was wir Kurs nennen, heißt hier Meisterklasse. Sowas flößt doch Respekt ein!

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In Russland öffnen sich viele Türen

Reiten in Russland bedeutet erstmal: viel laufen. Bis man auf einem Pferd sitzt.

Reiten in Moskau bedeutet: Du gehst durch die erste Sicherheitsschleuse am Parkplatz. Sie piept, aber der Wachmann bewegt sich nicht. Du suchst die Eingangstür. Sie ist garantiert nicht da, wo Du sie erwartest. Jemand von drinnen macht mit ausholenden Gesten klar, dass diese Tür geschlossen ist und Du um die Ecke zu einer zweiten Eingangstür gehen sollst. Du gehst durch die zweite Sicherheitsschleuse. Sie piept. Diesmal gehst Du weiter. Es hängen viele Orden und Bilder von Pferden mit Orden und Bilder von Reitern mit Medaillen an den Wänden. Es hängt eine große Tafel mit Verhaltensweisen im Falle eines Terroranschlags an der Wand.

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