In Russland öffnen sich viele Türen

Reiten in Moskau bedeutet: Du gehst durch die erste Sicherheitsschleuse am Parkplatz. Sie piept, aber der Wachmann bewegt sich nicht. Du suchst die Eingangstür. Sie ist garantiert nicht da, wo Du sie erwartest. Jemand von drinnen macht mit ausholenden Gesten klar, dass diese Tür geschlossen ist und Du um die Ecke zu einer zweiten Eingangstür gehen sollst. Du gehst durch die zweite Sicherheitsschleuse. Sie piept. Diesmal gehst Du weiter. Es hängen viele Orden und Bilder von Pferden mit Orden und Bilder von Reitern mit Medaillen an den Wänden. Es hängt eine große Tafel mit Verhaltensweisen im Falle eines Terroranschlags an der Wand.

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Angst vor Schönheit?

Für all diejenigen, die nicht den Brief der Moskauer Gemeinden Emmaus– oder Sankt-Elisabeth lesen – den folgenden Text zum Thema „Wandel“ habe ich für die aktuelle Ausgabe geschrieben:

Es war nicht die drängendste aller Fragen im Vorfeld, und doch beschäftigte sie mich immer wieder: Würde sich mein Geschmack verändern in Russland? Würde ich plötzlich anfangen, Klamotten zu tragen, die ich in Deutschland nicht anziehen würde? Würde ich blasser werden, taillierte Mäntel tragen oder Kopftuch? Einfach andere Dinge gut finden, weil ich öfter damit konfrontiert würde?
Man kann diese Gedankenspiele arrogant, ja: chauvinistisch nennen. Ich könnte mich dafür schämen. Ich hatte Moskau vorher nicht gut gekannt. Ich hatte nur Bilder im Kopf.

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