Eselsbrücken

Wenn man im Theater nicht viel mehr versteht außer einzelnen Satzfetzen und Wörtern.
Und wie man sie sich anschließend mithilfe einer großartigen Aufführung viel besser merken kann.
#машинамюллер #гоголъцентр

 

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улыбаться – lächeln

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Masse der Meister von morgen

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Foto: Katrin Scheib

Allein diese Woche: Morgen Abend eine Skype-Lecture zum Thema „Exploring Instagram“, übermorgen zum Thema „Depression und Rezession„.
Das Jüdische Museum bietet ab Ende März einen zwölfteiligen Kurs zu Kasimir Malevich und seinen Einfluss auf die moderne Kunst an.

Was wir Kurs nennen, heißt hier Meisterklasse. Sowas flößt doch Respekt ein!

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In Russland öffnen sich viele Türen

Reiten in Moskau bedeutet: Du gehst durch die erste Sicherheitsschleuse am Parkplatz. Sie piept, aber der Wachmann bewegt sich nicht. Du suchst die Eingangstür. Sie ist garantiert nicht da, wo Du sie erwartest. Jemand von drinnen macht mit ausholenden Gesten klar, dass diese Tür geschlossen ist und Du um die Ecke zu einer zweiten Eingangstür gehen sollst. Du gehst durch die zweite Sicherheitsschleuse. Sie piept. Diesmal gehst Du weiter. Es hängen viele Orden und Bilder von Pferden mit Orden und Bilder von Reitern mit Medaillen an den Wänden. Es hängt eine große Tafel mit Verhaltensweisen im Falle eines Terroranschlags an der Wand.

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Sub⎟bot⎟nik, der; oder: Wie ein Picknick nach dem Winter

[russ. subbotnik, zu: subbota = Sonnabend; die Arbeit wurde urspr. nur sonnabends geleistet] (DDR): in einem besonderen Einsatz freiwillig und unentgeltlich geleistete Arbeit.

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Angst vor Schönheit?

Für all diejenigen, die nicht den Brief der Moskauer Gemeinden Emmaus– oder Sankt-Elisabeth lesen – den folgenden Text zum Thema „Wandel“ habe ich für die aktuelle Ausgabe geschrieben:

Es war nicht die drängendste aller Fragen im Vorfeld, und doch beschäftigte sie mich immer wieder: Würde sich mein Geschmack verändern in Russland? Würde ich plötzlich anfangen, Klamotten zu tragen, die ich in Deutschland nicht anziehen würde? Würde ich blasser werden, taillierte Mäntel tragen oder Kopftuch? Einfach andere Dinge gut finden, weil ich öfter damit konfrontiert würde?
Man kann diese Gedankenspiele arrogant, ja: chauvinistisch nennen. Ich könnte mich dafür schämen. Ich hatte Moskau vorher nicht gut gekannt. Ich hatte nur Bilder im Kopf.

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Sauber vorm Zaun

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Zwei Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen, aber am Ende doch zu einer Erkenntnis führen – Viktor und Laura.

Viktor war unser Guide auf der Elchinsel (лосный остров – Lossinyj Ostrow). Diese liegt eine gute Fahrstunde weit entfernt im Norden Moskaus. Die Elchinsel ist keine Insel, sondern das größte, zusammenhängende Waldgebiet Moskaus, mit etwa 120 Quadratkilometer (zum Vergleich: Der Englische Garten in München umfasst 3,7 qkm). Der erste Nationalpark Russlands.
Lossinyj Ostrow befindet sich auf ehemaligen Urwaldgebieten, ja, auch das gab es mal in Russland. Zur Zarenzeit wurde hier gern gejagt.

Wir hatten uns Wald vorgestellt, Sumpf, Matsch, dreckige Schuhe; Klamotten, die man mit spitzen Fingern in die Waschmaschine wirft.

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N-a-t-u-r.

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Oh Mann, Russland. II

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Es klumpen sich einmal mehr Besorgnis erregende Meldungen – zur Abwechslung diesmal aus der russischen Kulturwelt.

Baibakov Art Projects, eine Plattform für zeitgenössische Kunst in Russland „and abroad“ berichtet auf seiner Website, dass das russische Kulturministerium sich aus lange geplanten Bauvorhaben für so genannte Zentren zur Vermittlung von zeitgenössischer Kunst und Kultur zurückzieht. Diese seien „inneffektiv und unnötig“.   Statt um Ideen und Innovationen soll es in den Zentren in Kaluga, Wladiwostok und Pervouralsk nun um „spirituelle und patriotische Aufklärung“ gehen. Geplant seien zudem Bildungsveranstaltungen, die von der russisch-orthodoxen Kirche entwickelt wurden.

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Ab jetzt hier.

Wohlgemutskovo ist umgezogen.

Neue Umgebung, neue Phase – vielleicht so.

Unser zweites Jahr hier hat begonnen. Bald haben wir „Bergfest“.

Moskau lärmt und bedrängt wie immer. Es nervt, stört und ist toll.

Wir sind nicht mehr „die Neuen“. Geben jetzt anderen Ratschläge (und brauchen selbst doch genauso viele).

Und ich mag nicht mehr so bloggen wie noch vor dem Sommer. Mich langweilt dieses „Wahnsinn-was-für-eine-verrückte-Stadt“ mittlerweile selbst. Die Folklore ist verschwunden. Das Wundern ist weniger geworden. Mich wundert hier langsam gar nichts mehr.

Wir leben jetzt in einem Land, das Krieg führt. Auch das hat mich nicht mehr unbeschwert posten lassen, obwohl Moskau weit weg ist von der Ukraine. Über die politische Situation zu schreiben, fand ich anmaßend. Aber lustige Details aus unserem Alltag zu posten, fand ich genauso unpassend.

Seit diesem Sommer sind medikamentenfreie Milch und Parmesankäse nicht mehr so selbstverständlich zu bekommen. Wir mussten uns ein bisschen umstellen, aber wir leiden keine Not.

Unserem zweiten Jahr hier haben wir das Motto „Integration“ gegeben. Es wird zu beweisen sein, ob bzw. wie sehr dies möglich ist.

Wir bauen also ab jetzt ein wenig um, bessern hier und da noch aus, ändern vielleicht die Perspektive  – und melden uns, versprochen, wieder öfter zu Wort. Ganz wohlgemut…